Literaturfest Meißen: größtes Open Air Lesefestival in Deutschland stellt Programm vor

In diesem Jahr stehen vom 6. bis 10. Juni 190 Lesungen an 50 verschiedenen Orten mit mehr als 200 Mitwirkenden zur Auswahl.

“Das Literaturfest Meißen wird in diesem Jahr noch vielfältiger und abwechslungsreicher”, so Sven Mücklich, Sprecher des Literaturfest Meißen, bei der Vorstellung des diesjährigen Programms. Das wahrscheinlich größte Open Air Lesefestival Deutschlands lädt vom 6. bis 10. Juni wieder tausende kleine und große Besucher nach Meißen ein. Zur Auswahl stehen 190 literarische Veranstaltungen an 50 Orten mit über 200 Mitwirkenden. Das Besondere am Literaturfest Meißen, so Sven Mücklich: “Alle Veranstaltungen sind eintrittsfrei, denn fast alle Mitwirkenden lesen ehrenamtlich oder verzichten auf einen großen Teil ihres Honorars.”

Mittelalter, Renaissance und Fantasy sind auch 2012 die großen literarischen Themenschwerpunkte. Dazu gesellen sich in diesem Jahr die Sonderthemen Gerhart Hauptmann und Brüder Grimm. Anlass für diese Sonderthemen ist
der 150. Geburtstag von Gerhart Hauptmann und das 200-jährige Jubiläum der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen.
Mehr als 25 Lesungen beschäftigen sich allein mit den Märchen der Brüder Grimm. “Diese Lesungen richten sich nicht nur an die kleinsten Besucher. So trägt beispielsweise Heinz Eggert unter anderem für Erwachsene die Erzählungen von Rotkäppchen in verschiedenen Variationen – von erotisch, über tragisch bis hin zu humorvoll – vor”, verrät Sven Mücklich.

Prominente Vorleser
Zu den prominentesten Vorlesern zählen unter anderen Bundesminister Dr. Thomas de Maizière, Bischof Joachim Reinelt, Dr. Matthias Rößler (Präsident des Sächsischen Landtages), das Autorenehepaar Iny Lorentz, Felix Räuber (Sänger von Polarkreis 18), der Grimme-Preisträger Christian Jeltsch, Sängerin und Entertainerin Dorit Gäbler und Cornelius Weiss.
“Neben sehr vielen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur haben in diesem Jahr auch 65 Autoren ihr Kommen zugesagt”, so Sven Mücklich. So lesen das Autorenehepaar Iny Lorentz, Spiegelbestsellerautor Olaf Kraemer und Comedy-Coach Christian Eisert, der u. a. für Harald Schmidt schreibt, aus eigenen Büchern vor.”

Dichterwettstreit in Meißen – kleine Nachwuchsautoren
Das Literaturfest Meißen bietet nicht nur renommierten Autoren, sondern auch jungen Talenten eine Bühne. So lesen beispielsweise die Meißner Zwillinge Josepha und Pamela Gelfert aus selbstverfassten Texten und Mitglieder der Jugendkunstschule Meißen aus dem Buch “Von Sonnenaufgang zu Sonnenaufgang – Erlebnisse eines indischen Jungen”.
Das Literaturfest ist nicht nur ein Ort, um spannenden Geschichten zu lauschen, sondern bietet auch die Gelegenheit, selbst kreativ zu werden. So stellen sich junge Dichter am Sonntagnachmittag auf den Burgterrassen einem Wettbewerb der besonderen Art. Der Poetry Slam ist eine moderne Form des Dichterwettstreites, bei dem es gilt, selbst geschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorzutragen. Die Zuhörer küren im Anschluss direkt den Sieger.
Die besten Nachwuchsautoren werden auf dem Marktplatz am Sonntagnachmittag ermittelt. Gemeinsam mit der Sparkasse Meißen haben die Organisatoren des Literaturfestes zu einem Schreibwettbewerb aufgerufen. Aus über 200 eingesandten Werken hat die Wettbewerbsjury die besten Autoren ermittelt und wird diese auf der Hauptbühne des Literaturfestes vorstellen.
Musikalisch-Literarische Lesungen, u. a. mit Felix Räuber (Polarkreis 18)
“Aus den letzten Jahren wissen wir von Besuchern, dass besonders Lesungen mit musikalischer Begleitung sehr beliebt waren. Deshalb haben wir in diesem Bereich das Programmangebot ausgebaut. Fast jede zehnte Lesung wird durch Sänger oder Musiker begleitet”, erzählt Sven Mücklich.
Ein besonderes Highlight wird sicher der Auftritt von Felix Räuber. “Der Sänger von Polarkreis 18 wird mit Marc Oliver Rühle, einem befreundeten Schriftsteller, auf dem Marktplatz am Samstag 21 Uhr auftreten. Sie werden Literatur mit Musik, Gesang und Klängen verknüpfen und so ein einzigartiges Erlebnis schaffen. Lassen Sie sich von diesem Experiment überraschen”, so der Sprecher des Literaturfestes Sven Mücklich.
Zusätzlich zu den musikalisch-literarischen Programmpunkten gibt es in diesem Jahr auch mehrere szenische Veranstaltungen, die durch Theatergruppen durchgeführt werden. So werden das “August das Starke Theater” auf der Oppacher Märchenbühne das Theaterstück “Hase & Igel” und das Frauentheater Meißen französische und italienische (nicht jugendfreie) Nachtgeschichten aufführen.

Abwechslung bietet nicht nur das Programm, sondern auch die 50 Leseorte. So können Besucher beispielsweise erstmalig vom Dampfschiff aus Literatur und den Blick auf die Meißner Altstadt genießen. Geschäftsführer Dr. Sebastian L. Meyer-Stork freut sich auf die literarische Zusammenarbeit und lässt es sich nicht nehmen, auch selbst vorzulesen. Mit Wilhelm Buschs “Max und Moritz” und “Balduin Bählamm” möchte er sowohl Kinder als auch Erwachsene in eine längst vergangene Zeit und gleichwohl lebendige Welt entführen.
“Wer den Ausblick auf Meißen lieber von oben genießen möchte, dem seien unter anderem die Lesungen in der Albrechtsburg Meißen, auf den Burgterrassen oder im Türmerzimmer der Frauenkirche empfohlen”, so Sven Mücklich.

Von der Idee zum wahrscheinlich größten Open Air Lesefestival Deutschlands
Die romantische Altstadt mit den vielen historischen Gebäuden, kleinen Plätzen und verträumten Gassen brachte die Organisatoren vor vier Jahren auf die Idee, ein Open Air Lesefest rund um die Themen Mittelalter und Fantasy zu organisieren.
“Das Konzept hat sich bewehrt, dies zeigen zum Beispiel die über 15.000 Besucher im vergangenen Jahr”, betont Sven Mücklich. “Die Besucherzahl, das Programmangebot und die einzigartigen Leseorte machen das Literaturfest Meißen so zum wahrscheinlich größten Open Air Lesefest Deutschlands.”

Zum vierten Mal lädt das Literaturfest in der zweiten Juni-Woche große und kleine Besucher nach Meißen ein. Vom 6. bis 10. Juni wird die Altstadt zur Kulisse für schaurig-schöne, spannende oder humorvolle Geschichten. Insgesamt 190 eintrittsfreie Lesungen stehen zur Auswahl.

Bundesverteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière ist Schirmherr des Literaturfest Meißen.
Das Fest wird von der Stadt Meißen, der Heimrich & Hannot GmbH, dem Kunstverein Meißen e.V. und der Sächsischen Zeitung organisiert.

Hauptsponsoren des Festes sind die Sparkasse Meißen, der Verkehrsverbund Oberelbe, die Privatbrauerei Schwerter Meißen GmbH und die Oppacher Mineralquellen GmbH & Co. KG. Unterstützt wird das Fest unter anderem durch den Kulturraum Meißen – Sächsische Schweiz – Osterzgebirge und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Das komplette Programm und Informationen zu den Mitwirkenden finden Sie im Internet unter:

Webseite: www.literaturfest-meissen.de
Facebook: www.facebook.com/LiteraturfestMeissen

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Über 200 Kinder, Jugendliche und Schulklassen beteiligten sich am Schreibwettbewerb

Meißen, 16. Mai 2012. In diesem Jahr startete das Literaturfest Meißen gemeinsam mit der Sparkasse Meißen erstmalig einen Schreibwettbewerb für Kinder, Jugendliche und Schulklassen. Diese waren aufgerufen, ihre selbst geschriebenen Gedichte und Geschichten bis zum 14. Mai einzusenden.

Logo Literaturfest MeißenVon der Resonanz waren die Organisatoren sehr überrascht. Sven Mücklich, Sprecher des Literaturfest Meißen: „Insgesamt haben uns 218 Wettbewerbsbeiträge erreicht.
Mit einer so hohen Zahl an eingereichten Werken haben wir nicht gerechnet. Insgesamt füllen die Texte zwei dicke Ordner. Es freut uns sehr, dass Kinder und Jugendliche nach wie vor große Lust am Schreiben eigener Geschichten haben.“

Neben Gedichten, Kurzgeschichten, Erzählungen, Essays und Fabeln wurden auch außergewöhnliche Projekte eingereicht. „So haben wir beispielsweise von Lydia Strunz, sie ist Lehrerin am Beruflichen Schulzentrum für Technik und Wirtschaft Riesa, ein Theaterstück erhalten. Dieses Stück haben die Schüler der 13. Klasse des Grundkurses Literatur gemeinsam entwickelt“, erzählt Sven Mücklich.

Bewertet werden jetzt die eingereichten Beiträge von einer fünfköpfigen Jury, bestehend aus Rolf Schlagloth, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Meißen, Gabi Gal, Leiterin der Meißner Stadtbibliothek, Udo Lemke, Redakteur der Sächsischen Zeitung, Maike Beier, Literaturpädagogin und Sven Mücklich, Sprecher des Literaturfestes.

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Sächsische Zeitung am Montag, 14. Mai 2012

Schräge Kunstvögel auf der Albrechtsburg

Von Lilli Vostry

Zum 11. Meißner Grafikmarkt kamen am neuen Ort 5 000 Besucher wie im Vorjahr.

Sächsische Zeitung - 11. Meißner Grafikmarkt Daniel BahrmannAnfangs ein beschwerlicher, aber letztlich ein beflügelnder Aufstieg für alle Beteiligten wurde der 11. Meißner Grafikmarkt, der am vergangenen Wochenende erstmals in der Albrechtsburg stattfand. Es kamen rund 5000 Besucher. „Genauso viele wie letztes Jahr im Rathaussaal, doch diesmal waren es mehr wirklich Kunstinteressierte als Laufpublikum“, freute sich gestern Nachmittag Daniel Bahrmann, der Chef des veranstaltenden Meißner Kunstvereins.

Er sei erleichtert über die gute Resonanz nach dem kurzfristigen Umzug des diesjährigen Grafikmarktes aus dem Ratssaal des Rathauses in die Burg. Dort besuchte die Künstler auch Bürgermeister Hartmut Gruner nach der Panne seitens der Stadtverwaltung, die den für den Grafikmarkt reservierten Ratssaal doppelt vergeben hatte. Das sprach sich schnell herum in der Stadt und bescherte dem Kunstverein doch noch die erhoffte Aufmerksamkeit.

So tummelten sich die gezeichneten schrägen Vögel des Meißner Grafikers Kay Leonhardt, der auch das Grafikmarkt-Plakat gestaltete, mit ihren gewitzt-frechen Sprüchen in illustrer edler Gesellschaft mit den plastischen Bildnissen der einstigen Burgherren. Die von ihren Sockeln auf das neu dazugekommene, reichliche Kunstangebot schauten. Da blühte die Fantasie in vielerlei Form und Gestalt in den Arbeiten von rund 45 Künstlern aus Meißen und der Region zwischen Dresden, Leipzig und Halle, die ihre Arbeiten erstmals in der Großen Hofstube und im Großen Saal der Burg zeigten und zum Kauf anboten.

Erhellt von extra Scheinwerfern war auf Stellwänden, Tischen und in Mappen eine vielfältige Auswahl an Druckgrafik, von handillustrierten Grafiken, Zeichnungen, Aquarellen, Siebdrucken bis zu Fotografien und Künstlerbüchern, zu sehen. Neugierige und Sammler konnten mit den Künstlern ins Gespräch kommen und einige auch in Aktion erleben. Da trafen alte und neue Schönheitsideale in Bildern zwischen Wunsch und Realität aufeinander, in den prachtvollen Wandmalereien der Burgräume ebenso wie auf den von Bahrmann ausgestellten Fotografien aus der heutigen Mode- und Medienwelt.

Höhere Standgebühr?

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Zum Grafikmarkt kommen 45 Künstler in die Albrechtsburg

Sächsische Zeitung vom 9.5.2012

Zum Grafikmarkt kommen 45 Künstler in die Albrechtsburg Der Kunstverein macht aus der Not eine Tugend: Was als Ausweichquartier gedacht war, könnte sich als große Chance erweisen.

Sächsische Zeitung, 11. Meißner Grafikmarkt
Sächsische Zeitung vom 9.5.2012

Daniel Bahrmann hat heute einen Termin im historischen Rathaus. Wegen des diesjährigen Grafikmarktes. Am Vormittag wird der Chef des Meißner Kunstvereins dort ein vier mal einen Meter großes Banner anbringen, das auf den Meißner Grafikmarkt an diesem Wochenende hinweist. Denn die elfte Ausgabe dieser Veranstaltung findet erstmals auf der Albrechtsburg statt.
45 Künstler haben sich in Meißen angesagt. Sie wollen ihre neuesten Arbeiten vorstellen und dem Publikum zum Kauf anbieten. An beiden Tagen des Wochenendes präsentieren sie sich von 10 bis 18 Uhr in der Großen Hofstube und im Großen Saal im ersten Stock der Burg. Diesen Bereich können Gäste auf der Albrechtsburg erreichen, ohne Eintritt bezahlen zu müssen.
Die Albrechtsburg verleiht dem Grafikmarkt Gewicht, ist Daniel Bahrmann überzeugt: Die historischen Wandmalereien zur sächsischen Geschichte in der Burg und die moderne Kunst, die an diesem Wochenende hier präsentiert wird – das ist eine Vielfalt, die ihresgleichen sucht“, erklärt der Chef des Meißner Kunstvereins.

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„Kunst ist ja kein Schnäppchenmarkt“

Daniel Bahrmann veranstaltet den Meißner Grafikmarkt erstmals in der Albrechtsburg

SonntagsWochenBlatt - Daniel Bahrmann - 11. Meißner Grafikmarkt MEISSEN Er ist kein leichter Fall, der Meißner Grafikmarkt. Im Jahre 2007 belebte ihn Kunstvereinschef Daniel Bahrmann nach mehrjähriger Pause neu. Die Veranstaltung etablierte sich im Rathaussaal. Doch der war dieses Jahr nicht frei. Am 12. und 13. Mai präsentieren und verkaufen Künstler nun erstmals ihre Grafiken in der Albrechtsburg. Wie die Chancen stehen, ähnlich dem Vorjahr 5.000 Besucher anzulocken, fragte das SonntagsWochenBlatt den umtriebigen Organisator.

SWB: Wie viele graue Haare sind Ihnen dieses Jahr bei der Vorbereitung des Grafikmarkts gewachsen?
D. Bahrmann:
Keine. Aber der Stress war besonders groß, weil wir das Problem hatten, kurzfristig nicht in den Rathaussaal hineingekommen zu sein. Im Januar mussten wir anfangen, einen neuen Standort zu suchen. Und das hat bis März gedauert. Diese Zeit ist uns verloren gegangen, um langfristig Künstler einzuladen.

Sie sprechen den Rausschmiss des Grafikmarkts aus dem Rathaus an. Trotz des feststehenden Termins hat die Stadtverwaltung einer anderen Veranstaltung den Vorzug gegeben. War die Realisierung des Grafikmarkts vorübergehend in Gefahr?
Ja, eindeutig. Wir haben überlegt, ob wir ihn überhaupt machen können. Es stand nicht von Vornherein fest, dass wir ihn auf der Albrechtsburg umsetzen können. Die ist so weit weg und so weit oben, dass wir mehr Werbung machen müssen, damit die Leute die Veranstaltung finden. Es ist wesentlich aufwendiger und teurer. Die beiden Male im Rathaussaal waren erfolgreich, und wir waren mittendrin im Geschehen. Das sind wir jetzt nicht. Die Albrechtsburg ist ein Museum. Die große Hofstube ist relativ dunkel, man kann nicht beliebig Licht anschalten. Aber sie hat große Fenster, und wir helfen uns in dunklen Randbereichen mit zusätzlichen Standleuchten.

Wie viele Alternativstandorte kamen infrage?
Die Albrechtsburg war die einzige Alternative, die machbar war. Die Fläche musste groß und frei sein.

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MEISSENS kultureller HÖHEPUNKT im Mai

Meißner Grafikmarkt: Daniel Bahrmann und Kay LeonhardtDiese Woche startete eine große Plakat-Aktion für den Meißner Grafikmarkt, der am 12. und 13. Mai in der Albrechtsburg stattfinden wird. Kay Leonhardt (der hat das Plakat gemacht) und Daniel Bahrmann (der organisiert den Grafikmarkt) halten die handgedrucken Holzschnitte in Meißen vor der Albrechtsburg für ein Pressefoto hoch.
Dabei bietet Meißen ein tolles Veranstaltungswochenende am 12. und 13. Mai in Meißen:
Töpfermarkt mit verkaufsoffenem Sonntag in der Innenstadt,
Grafikmarkt in der Albrechtsburg
und Frühlingsfest mit Autogala im Gewerbegebiet Zaschendorf!

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“Traditionelle Verkündigungsdarstellungen an Maria im Spiegel der Zeit”

Sylvia Vandermeer, Mariae Verkündigung, 2008Am Donnerstag, den 3.Mai 2012, findet um 19.30 Uhr ein Bildervortrag im Meißner Kunstverein statt.
Die Berliner Kunsthistorikerin, Dr. Sabine Hannesen, spricht über „Traditionelle Verkündigungsdarstellungen an Maria im Spiegel der Zeit“.
Gezeigt werden repräsentative Arbeiten aus verschiedenen Kunstgattungen. Die Referentin stellt an hand ausgewählter Beispiele deren Entstehungsgeschichte vor und zeigt die großen Veränderungen, denen dieses Thema im Laufe der Jahrhunderte unterzogen wurde.
Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung „empfangen“ statt, die im Kunstverein Meißen, der Evangelischen Akademie und der Katholischen St. Benno Kirche noch bis zum 31. Mai läuft.
Die Ausstellung macht deutlich, in wie weit sich zeitgenössische Künstler von den Vorlagen der Kunstgeschichte inspirieren ließen und sie als Vorlage für ihre Werke nutzen oder ikonografisch neue Wege beschreiten.
Im Anschluss an den Vortrag gibt es Gelegenheit zum Gespräch.

Dr. Sabine Hannesen, Kunsthistorikerin und Kuratorin der Ausstellung, Initiatorin des AVE MARIA-Projektes

www.kunstverein-meissen.de

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Der Elefant im Porzellanladen

Morgenpostkolumne Heinz Eggert  vom 29.04.2012In meiner Kindheit besuchten meine Mutter und ich einmal im Jahr eine Tante, die – wie die Verwandtschaft tuschelte – schon bessere Zeiten gesehen hatte.
Ihr Mann und ihr einziger Sohn waren im Krieg geblieben, die kleine Fabrik war enteignet worden.
So saßen wir dann – immer ein wenig beklommen – in ihrem schönen bürgerlichen, den verblassenden Reichtum ausstrahlendem Wohnzimmer an einem reich mit Schnitzereien verzierten Tisch, der mit Meissner Porzellan eingedeckt war, dass meine Mutter so liebte, aber das für sie unbezahlbar und damit unerreichbar war. Also tröstete sie sich mit dem sammeln von Sammeltassen.
Seit diesen Besuchen sind mir die „Blauen Schwerter“ vertraut und immer ein wenig mit dem Nimbus des Geheimnisvollen umgeben.
Daran musste ich denken, als ich las, dass die Porzellan- Manufaktur Meissen Mitte Oktober 2010 als “unverkäuflich” eingestufte Ware laut auf dem Firmengelände zerstört hatte.

Offensichtlich gibt es einen betriebseigenen Elefanten im Meissner Porzellanladen.
Die Erklärung des Manufakturchef Kurtzke:“ Die Maßnahme sei ein weiterer, entscheidender Schritt im Rahmen des Strukturwandels und bei der Sanierung des Traditionsunternehmens”, hätte meine Mutter empört.
Ich habe sie unter Ulk verbucht, wobei mir an der Sanierung des Traditionsunternehmens viel liegt.
Inzwischen sind über 200 Mitarbeiter entlassen worden und in Mailand wurde vor ein paar Tagen mit Millionenaufwand eine „Villa Meissen „eröffnet, die der Welt die Blauen Schwerter näher bringen soll.
Da kann ich nur die Daumen drücken, dass der Verkauf und der Absatz des Meißner Porzellans, die Unkosten decken. Denn ansonsten würden die Verluste den sächsischen Steuerzahler drücken. Fast 10 Millionen € Steuermitteln sind bis jetzt in diesen Staatsbetrieb geflossen.
Umso mehr ärgert mich, dass sich der betriebseigene Elefant auch in der Stadt und der Region Meißen zu schaffen macht.
In einem jahrelangen juristischen Streit verbietet die Porzellan-Manufaktur Meissen anderen Porzellanherstellern und Porzellankünstlern in Meißen die Kennzeichnung „ Meissen/Germany“ zu verwenden. Erstaunlich , dass sich die Stadt noch so nennen darf.

Das ausgerechnet ein Staatsbetrieb den künstlerischen Mittelstand in Meißen so massiv ausbremst ist ein politischer Skandal und beschädigt den guten Ruf des Meißner Porzellans- nicht nur des Porzellans mit den „Blauen Schwertern“.

Am Freitag war ich zur Eröffnung der fantastischen Porzellanausstellung der Gruppe “Weißer Elefant“.
Der große Ansturm begeisterter Besucher überraschte selbst Andreas Ehret, Olaf Fieber, Gudrun Gaube, Silvia Klöde und Sabine Wachs , die sich zu einer Künstlergruppe zusammengeschlossen haben, um gemeinsam auf ihre künstlerischen Porzellanarbeiten und die Porzellanstadt Meißen aufmerksam zu machen.

Denn Porzellan und Meißen sind mehr als nur die Manufaktur, die sich lieber phantasiereich und innovativ dem Wettbewerb stellen sollte, als andere mit juristischen Mitteln zu blockieren.

Porzellan ist schon genug zerschlagen worden. Oder?

Heinz Eggert, 29.04.2012

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